STADT DER VERLORENEN SEELEN (Hommage an Rosa von Praunheim)
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Karl-Heine-Str. 83, Leipzig, 04229
Veranstaltungsreihe
Im nächtlichen Berlin der frühen 1980er Jahre treffen Ausgestoßene, Träumer und Getriebene aufeinander. Dieses groteske Musical von 1983 stellt eine Gruppe von amerikanischen
Transsexuellen und Transvestiten vor, die Anfang der 80er Jahre in Berlin leben. Rosa von Praunheim lässt ihnen Raum für ihre pompöse, obszöne und enttabuisierte Selbstbespiegelung. Unter diesen wilden und wahnsinnigen Künstlern finden wir die schwarze Drag aus New York Angie Stardust, den transgender Punksänger Jayne County, den Transvestiten Tara O’Hara und den kubanischen Performer Joaquin La Habana. Mit grellen Farben, schrillem Humor und einer ungezähmten Energie erzählt der Film von Sehnsucht, Freiheit und dem verzweifelten Wunsch nach Zugehörigkeit. Ein anarchisches, queeres Glanzstück des deutschen Underground-Kinos – roh, provokant und unvergesslich.
Musical / Komödie Deutschland 1983, 90 min, FSK ab 16
Regie: Rosa von Praunheim
Mit: Jayne County, Angie Stardust, Tara O’Hara, Judith Flex, Tron von Hollywood
Zu Rosa von Praunheim: Am 17. Dezember 2025 starb Rosa von Praunheim im Alter von 83 Jahren in Berlin – einer der streitbarsten und einflussreichsten Filmemacher des deutschen Queer Cinema. Mit über 150 Filmen prägte er Jahrzehnte lang das Bild schwuler und queerer Lebenswirklichkeit, immer provokant, immer politisch. Wir erinnern mit zwei Filmen, die zusammen ein einzigartiges Doppelporträt ergeben: In „Stadt der verlorenen Seelen“ (1983) explodiert Berlin als greller, anarchischer Kosmos – ein Ort, an dem Außenseiter und Exzentriker für einen Moment so etwas wie Heimat finden. Sechs Jahre später, in „Überleben in New York“ (1989), folgt von Praunheim drei deutschen Frauen in das New York der späten Reagan-Ära. Beide Filme teilen die Faszination für das urbane Überleben am Rand der Gesellschaft, für Menschen, die sich ihren eigenen Platz in einer feindseligen Welt erkämpfen – mit Witz, Trotz und einem unerschöpflichen Willen zum Leben.